Die nächste Vortragsreihe und ihre Inhalte

Vorwort:

Pädagogik, was ist das eigentlich? Schlägt man das Wort nach, erfährt man, dass es sich, wenn von Pädagogik die Rede ist, um eine wissenschaftliche Fachdisziplin handelt, die sich mit der Theorie und Praxis von Bildung und Erziehung, speziell von Kindern und Jugendlichen auseinandersetzt. Doch wie steht es um die Pädagogik in der aktuellen Zeit? Theodor W. Adorno konstatierte in einer seiner soziologischen Schriften, dass sich eine Bildungskrise offenbare, die nicht allein „weder bloß Gegenstand der pädagogischen Fachdisziplin, die unmittelbar damit sich zu befassen hat, noch von einer Bindestrichsoziologie — eben der der Bildung — zu bewältigen [ist]“1. Adorno diagnostizierte einen „Verfall von Bildung, auch in der Schicht der Gebildeten selber […]“2 welcher „sich nicht in den nun bereits seit Generationen bemängelten Unzulänglichkeiten des Erziehungssystems und der Erziehungsmethoden“ erschöpfen würde. Diese, in der Theorie der Halbbildung verfassten Sätze schrieb der Autor in den 1950er Jahren. Doch auch viele vor und nach ihm konstatierten ähnliche Phänomene die Bildung ihrer Zeit betreffend. Nietzsche zum Beispiel stellte sehr zutreffend fest, dass die Bildung im eigentlichen Sinne keine Bildung, sondern viel mehr eine „Art Wissen um die Bildung […] ein recht falsches und oberflächliches [dazu]“3 sei. Doch welche Aktualität haben derartige Diagnosen und Feststellungen auch heute noch? Wie steht es um die Theorie und Praxis von Bildung und Erziehung im Jahre 2016, mit der sich die Pädagogik als wissenschaftliche Fachdisziplin zu befassen hat? Diese Frage wird in unserer Vortragsreihe mit einem besonderen Blick auf die schwarze Pädagogik des Islamismus, sowie der aktuellen Sonderpädagogik umfassend diskutiert und erörtert werden.

Die Vorträge:

Immer Dienstags, immer im Klubhaus der Jugend

11.10.2016, 16:30 Uhr: „Die schwarze Pädagogik des Islamismus – Gegenaufklärung und Erziehung zu Antisemitismus“

Thomas von der Osten-Sacken ist Journalist, freier Publizist und Geschäftsführer von WADI e.V., der seit 25 Jahren im Nahen Osten arbeitet. Er beschäftigt sich seit Anfang 1990 vor allem mit den Entwicklungen im Nahen Osten, zudem setzt er sich mit der neueren Entwicklung in Nordafrika auseinander. Unter anderem schrieb und schreibt er für die Zeitschriften konkret und Jungle World, sowie für Die Welt. Im Rahmen unserer Vortragsreihe wird er erläutern, wie die Kinder und Jugendlichen, die in islamischen Ländern aufwachsen, durch eine „schwarze Pädagogik“ nicht etwa zu selbstständigen Personen, sondern zu Hass und Antisemitismus erzogen werden. Diese Form der „Erziehung“ steht jedem aufklärerischen Gedanken fundamental gegenüber und stellt eine Form der Gegenaufklärung dar, deren Auswirkungen sowohl mörderisch als auch selbstmörderisch sind. Thomas von der Osten-Sacken wird sich in dem Vortrag mit dieser „schwarzen Pädagogik“ tiefgründig auseinandersetzen und diese näher erläutern. (Finanzielle Förderung für den Vortrag erhalten wir vom: Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben(BAFzA), dem DENK BUNT – Thüringer Landesprogramm, sowie dem Land Thüringen mit seinem Ministerium TMBJS.)

18.10.2016, 18:00 Uhr: „Kritik des Bildungssystems und die Bildungskrise der Gegenwart“

Im Deutschlandfunk schrieb Cajo Kutzbach 2008 einmal: „Eine Lernkultur die auf Angst aufbaut macht aus kleinen wissbegierigen Kindern in kurzer Zeit Schüler, die sich fragen, wie man die Schule heil übersteht.“.4 Damit sprach er einen wesentlichen Punkt an der Kritik des Bildungssystems aus. Den Menschen wird die Voraussetzung für Bildung im Namen selbiger genommen, die Bildung verliert scheinbar an Qualität, während sie stetig an Quantität gewinnt. Doch ist das tatsächlich so und wie schlecht steht es in der heutigen Zeit um die Bildung? Der Autor forderte daraufhin als Konsequenz einen „Wandel in der Lernkultur“, doch wäre es damit getan? Welche Auswirkungen hätte bzw. hat der Verfall von Bildung auf die Gesellschaft und welche Perspektiven gibt es? Diese Fragen sollen im Vortrag erörtert werden.

25.10.2016, 18:00 Uhr: „Die Kritik der Sonderpädagogik – zwischen Kollektivzwang, wirklicher Unterstützung und (vermeintlicher) Bevormundung“

Ernst Klee befasste sich in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts intensiv mit dem Thema Behinderung. Er legte mit seinem Werk „Behindert“ einen Grundstein der Psychiatriekritik. Manche der angesprochenen Punkte die zurecht kritisiert wurden sind heute nicht mehr oder nur noch marginal präsent. Andere Punkte sind dagegen, wenn auch in anderer Form, noch immer gegenwärtig und müssen erneut kritisiert werden. Behindertenverbände und Hilfsorganisationen können ohne Frage viel Gutes für die Betroffenen bewirken, doch können sie ebenso zu einer Vergrößerung des Elends führen, sie können durchaus Teil des Problems werden welches zu lösen sie angetreten waren. Doch welche Aktualität hat die Psychiatriekritik in der heutigen Zeit? Wie sieht eine adäquate Kritik der Sonderpädagogik aus, und wo liegen die Kritikpunkte in Bezug auf die aktuelle Sonderpädagogik? Diese Themen und Fragen werden im Vortrag erörtert werden.

01.11.2016, 18:00 Uhr: „Die Euthanasie im Nationalsozialismus und deren Nachleben in der Demokratie“

Ein Referent der Antifaschistischen Gruppe Sonneberg/Neuhaus setzt sich in diesem Vortrag kritisch mit dem Thema auseinander. Dabei fragt er nach den Grundlagen der Euthanasie und skizziert den Ablauf des Euthanasieprogramms im nationalsozialistischen Deutschland. Zudem wird im Vortrag beleuchtet werden, wie der Schrei nach Euthanasie in der Forderung nach aktiver Sterbehilfe in der Demokratie nachhallt.

1Adorno, Theodor W.: Theorie der Halbbildung, Gesammelte Schriften, Band 8. Soziologische Schriften I, 1995, Seite 93

2Ebd.

3Nietzsche, Friedrich: Also sprach Zarathustra und andere Schriften, Gebundene Ausgabe, Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben, Gondrom Verlag Bindlach, 1995, Seite 378

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