Thügida und sein Gegenprotest, ein Elend ohne Ende

Bei den Aufmärschen der Thügidisten bezieht man sich viel mehr positiv auf eine Zeit vor dem Wirtschaftswunder, nicht aufs postnazistische Deutschland, sondern auf das nationalsozialistische. Die Aufmärsche wurden von Anfang an, schon als sie noch unter dem Namen Sügida (Südthüringen gegen die Islamisierung des Abendlandes) fungierten, von Neonazis organisiert, die auch öffentlich als solche auftraten (als Beispiel wäre hier Tommy Frenck zu nennen, der offen zugibt, dass er sich als Nationalsozialist sieht). Auch wurden die Aufmärsche von Verbänden wie der „Europäischen Aktion“ unterstützt, die als Dachverband von europäischen Holocaustleugnern fungiert.

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Der NSU – Verbindungen in die Region Saalfeld-Rudolstadt

Als am 17. April begann der bis heute andauernde, sogenannte NSU-Prozess. Im Kern war dieser von vor herein schon entscheiden, denn schon vor Beginn jenes Prozesses war von offizieller Seite ,,geklärt“ wurden, dass der NSU ausschließlich aus drei Mitgliedern bestand, Verstrickungen oder Zusammenarbeit mit anderen Gruppen oder Organisationen hätte es nicht gegeben. (vgl. Aussagen von Harald Range, Generalbundesanwalt in Deutschland today vom 12.12.2012) Beate Zschäpe, so heißt es, sei die letzte Überlebende des NSU. Schon allein in diesen Behauptungen schwingt offensichtlich mit, was sich durch den ganzen Prozess zieht, und die öffentliche Wahrnehmung des NSU wesentlich geprägt hatte.

Das wars, vorerst.

Das war sie also, die Kampagne ,,Last Days of April“. Die fünf Vorträge und zwei Kungebungen sind abgehalten. Wir resümieren, dass viele, vor allem Jugendliche und junge Erwachsene Interesse an dem Themenfeld hatten und haben, mit dem wir uns befassten. Unsere Veranstaltungen waren mit durchschnittlich 30 Teilnehmern besser besucht als erwartet. Es freut uns, dass […]

Redebeitrag zum 8. Mai

Am 8. Mai ist der Tag der Befreiung, das ist, ausgenommen von ein paar Hardlinern wie Mike Mohring oder der AfD, breiter politischer Konsens. Im ganzen Land gedenkt man der Befreiung vom 8. Mai 1945 ohne sich jedoch ins Gedächtnis zu rufen, wer oder was genau da eigentlich befreit wurde. Doch diese Frage braucht man sich ja glücklicherweise auch gar nicht mehr zu stellen, denn spätestens seit Richard von Weizsäcker vor 30 Jahren das aussprach, was heute Gegenstand solcher Befreiungsfeierlichkeiten werden sollte, war sie beantwortet.

Kritik deutscher Gedenkpolitik

Die deutsche Volksgemeinschaft konstituierte sich jedoch nun anders und auch der Antisemitismus suchte und fand neue Artikulationsmöglichkeiten. Es kam zu verschiedenen Schuldabwehrmechanismen und Strategien, und es entstanden massenhaft Versuche, das Geschehene zu relativieren bzw. zu verdrängen. Auch die Form des Gedenkens wandelte sich von einem Verschweigen hin zu einem inflationärem Gedenken. Man baute das weltgrößte Holocaustmahnmal, auf das man absurder Weise sogar stolz ist, damit die Welt sehen konnte, wie vorbildlich man sich mit der eigenen Geschichte auseinandergesetzt hatte.