Saalfeld im Nationalsozialismus und jüdisches Leben vor der Shoah

Sieht man sich verschiedene Publikationen zur Thematik des Nationalsozialismus an, sind das meist Aneinanderreihungen von Ereignissen und Fakten. Dabei ist das, was dabei in vielen Fällen herauskommt und als Ergebnis präsentiert wird, eigentlich erst der Anfang der Auseinandersetzung. Es reicht eben nicht, haufenweise Fakten zu sammeln, man muss sie auch in einen Bezug zueinander bringen und sich die Frage stellen, warum es zu all den Ereignissen kam. Der Versuch die gesellschaftliche-mentalen und ideologischen Hintergründe ans Licht zu bringen ist dabei von größter Wichtigkeit will man sich einen Begriff von jeweiligen Gegenstand machen. In der Postmoderne nimmt man es mit der Wahrheit nicht mehr so genau, weshalb zahlreiche Narrative friedlich koexistieren können. Gerade deshalb muss man darauf beharren, dass es gerade die Geschichte betreffend eine Wahrheit gibt und dass diese weder variabel, noch eine Frage des jeweiligen Standpunktes ist. Geht es um den Nationalsozialismus wird scheinbar synonym mit den verschiedensten Begriffen hantiert, ohne sich überhaupt noch die Frage zu stellen ob Gegenstand und Begriff in einem Zusammenhang stehen.

Der Nationalsozialismus, der Versuch einer Definition

Wenn man Historikern zum Beispiel bei ZDF.info zuhört, oder sich Dokumentarfilme über den Nationalsozialismus ansieht, wird man merken, dass man sich einem breiten begrifflichen Arsenal bedient, um den Nationalsozialismus zu beschreiben. Mal ist die Rede von einem autoritären Staat, mal von einem Gewaltregime, dann auch von einer Diktatur oder von Faschismus. Nimmt man nun aber die Bezeichnung des Nationalsozialismus ernst, könnte man zu der Erkenntnis gelangen, dass diese Gesellschaftsform mit Diktatur oder autoritärem Staat nicht treffend beschrieben ist. Die Singularität des Nationalsozialismus liegt eben darin, dass er eine neue, einzigartige im schlechtesten Sinne, Gesellschaftsform darstellte. Es war ein Zustand der faschistischen Barbarei. Der Faschismus hat sicherlich vieles mit autoritären Regimen gemein, jedoch unterscheidet ihn sein wesentliches Merkmal von allen autoritären Staaten oder Militärdiktaturen. Dieses Wesensmerkmal sind die Vernichtungslager, sie sind ,,die Wahrheit des [deutschen] Faschismus“ (Bruhn), respektive Nationalsozialismus. Die landläufige, allgemein anerkannte Faschismusdefinition ist de facto schon eine Verharmlosung und Relativierung des Faschismus, da sie die Merkmale hervorhebt, die der Faschismus mit autoritären Staaten und Militärdiktaturen gemein hat und die Vernichtungslager eher als Randphänomen kennzeichnen will, dabei waren eben gerade diese Lager das wesentliche Merkmal des Faschismus. Die Bezeichnung Diktatur ist dabei irreführend. Bezeichnet der Begriff Diktatur doch eine Gesellschaftsform in der „Nicht die Mehrheit des Volkes bestimmt, sondern einige wenige […]“ und in der „[d]er Diktator nicht gewählt [wird] sondern er […] sich selber mit Gewalt an die Macht [bringt]“ (bpb). Dies steht in einem direkten Kontrast zu Volksgemeinschaft, die wesentlich für den Nationalsozialismus war. Zwar gab es den Führer, aber er und seine Volksgemeinschaft bildeten eine Symbiose, deshalb wurde Hitler eben auch gewählt, er hatte die Mehrheit auf seiner Seite. Die verheerende Gewalt des Nationalsozialismus entstand nicht in der Folge, dass das Volk in eine passive Rolle gedrängt wurde, sondern daraus, dass es vollständig entfesselt agieren konnte. Die nationalsozialistische Raserei lebte von der aktiven Rolle der Volksgemeinschaft.

,,Wer vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen“ (Max Horkheimer in ,,Die Juden in Europa“)

Der gesellschaftliche Zustand der Barbarei, war ein Zustand in dem der Klassenantagonismus und mit ihm das Kapitalverhältnis negativ aufgehoben war. Um nun zu verstehen, was mit der negativen Aufhebung des Kapitalverhältnisses gemeint ist, gilt es zunächst das Kapitalverhältnis an sich zu betrachten.

Marx schrieb in Bezug auf jenes: ,,Weder sind die Menschen unter der Natur subsumiert noch subsumieren sie die Gesellschaft unter sich.“ Das sagt aus, dass die Menschen im Kapitalverhältnis die Natur beherrschen, sich von ihr mehr und mehr emanzipieren und ihr nicht mehr unmittelbar unterworfen sind, noch das sie die Gesellschaft als solche unter sich unterwerfen. Mensch und Gesellschaft stehen in einem besonderem Verhältnis zueinander. Einerseits ist der Einzelne durch die Art und Weise der Produktion und Reproduktion auf andere angewiesen, andererseits lebt er in einem ständigen Konkurrenzkampf mit seinen Mitmenschen. Das Spannungsverhältnis zwischen Integration und Individuation ist im Kapitalismus nicht aufgehoben, zumal noch unter dem Aspekt betrachtet, dass zwar Individuation verlangt, aber Individualität verunmöglicht wird.. Der Mensch steht also zwischen den Stühlen. Er steht der Gesellschaft gegenüber und ist gleichzeitig ein Teil von ihr. Aus dieser Situation ergibt sich in gewisser Art ein Weder-Noch-Zustand.

Wird dieser nun negativ aufgehoben, also in einen Sowohl-Als-Auch-Zustand transformiert, sprich, die Menschen verhalten sich, als seien sie der Natur unterworfen, als seien sie nicht mehr Individuum, sondern nur noch Gemeinschaft, respektive Schicksalsgemeinschaft, also ein natürliches Gemeinwesen und unterwerfen als solches den Rest der Welt unter ihr mörderisches Kollektiv, ergibt sich eben dieser neue Zustand der Gesellschaft, der Zustand faschistischer Barbarei. Der Mensch ist der Gesellschaft vollständig unterworfen und unterwirft alle Gesellschaft unter sich. Der Faschismus erwächst also keinesfalls in einer Gegnerschaft zum Kapitalismus, sondern ist eine, stets als dessen Krisenform mitzubedenkende, Möglichkeit seines Verfalls. Der Nationalsozialismus war eine wahnhaft projektive Strategie die kapitalistische Dauerkrise zu lösen, indem der Versuch unternommen wurde dem Geheimnis des von Marx beschriebenen autonomen Subjektes zu lüften. Es war der Versuch die abstrakte Seite des Kapitalismus, die in den Juden personifiziert wurde in Auschwitz, Treblinka und anderswo zu vernichten. Das Ziel war eine Gesellschaft ohne Konkurrenz, ohne Krise und dieser Ideologie folgend also ohne Juden.

Praktisch bedeutete dies, die Mitglieder der Volksgemeinschaft erlebten und fühlten sich als naturwüchsiges Gemeinwesen, fühlten sich dem Rest der Welt überlegen und wollten diesen unter sich unterwerfen, was nicht nur im Begriff des ,,arischen Übermenschen“ deutlich wurde, sondern eben auch in den Feldzügen die unter dem Motto geführt wurden, Lebensraum im Osten explizit für das deutsche Volk erschließen zu wollen. Zu dieser negativen Aufhebung des Kapitalverhältnisses ist ein zufällig realer oder notwendig imaginierter Feind und Antagonist (=Gegenspieler) der Kapitalvergesellschaftung, auf den alles negative abgespalten werden kann und der zum Gegenstand der Projektionen wird, zwingend nötig. (vgl. Bruhn)

Dieser Antagonist war, schon lange vor Hitler im Juden identifiziert. Joachim Bruhn fasste es treffend zusammen, als er schrieb: ,,Als sich Herr und Knecht gemeinsam gegen den Juden wandten, hoben sie das Kapitalverhältnis negativ auf“. Die Juden waren das böse, das raffende, das heimatlose, das gierige, das wurzellose und hinterlistige Kapital und die Deutschen waren das gute, das schaffende, das heimatverbundene, das tüchtige und ehrliche Kapital. Und um endlich glücklich zu werden und sich dem Unglück auf ewig zu entledigen galt es nun, den raffenden Teil zu vernichten. Was vor allem in der Parole: „Die Juden sind unser Unglück“ deutlich wurde.

Die Zusammenbruchskrise von 1929

Die ,,historische Gelegenheit dazu ergab sich aus dem Zusammenbruch des deutschen Kapitals im Zuge der großen Krise von 1929. Diese Krise setzte das totalitäre politische Potential frei, das in der deutschen Nation und ihrem Staat aufgespeichert war und das sich im Antisemitismus niederschlug […] Was folgte, war so ‚typisch deutsch‘, wie das Kapital es nicht ist, denn es gehorchte einer derart zwanghaften, in Barbarei als bis dato unbekannte Gesellschaftsform überschnappenden Logik, dass das Kapital ihrer nirgendwo anders, denn eben in Deutschland hätte fähig sein können“4

Das dieser neue Gesellschaftszustand, die Barbarei, die nicht wie so oft geglaubt das Anti der Zivilisation ist, sondern eben die Konsequenz einer Zivilisation, die auf ständigen Unterdrückungsmomenten, auf ständiger Gewaltanwendung des Individuums gegen sich selbst basiert, dass versuchten Horkheimer und Adorno in der ,,Dialektik der Aufklärung“ zu reflektieren. Die Barbarei war somit nicht das Gegenteil von Zivilisation, sondern sozusagen in ihr gediehen, der Faschismus erwuchs, wie schon erwähnt nicht in Gegnerschaft zum Kapialismus sondern gedieh in ihm. Auschwitz war das Endprodukt eines Strebens nach krisenfreier Akkumulation in Deutschland, oder besser ,,Auschwitz ist die Wahrheit Deutschlands.“ (Bruhn)

Es zeigt sich also, dass die faschistische Barbarei weitaus mehr gewesen ist, als eine Diktatur oder ein autoritärer Staat. Um dies umfassend zu verstehen reicht es nicht, sich haufenweise geschichtliche Daten anzusehen, man muss sie auch interpretieren und die Frage nach dem ,,Warum?“ stellen und versuchen zu beantworten. Allein durch konkrete Ereignisse lässt sich kein Schluss auf den gesellschaftlichen Zustand ziehen. Dies sollte bedacht werden, wenn man sich nun die Ereignisse zu Zeiten des Nationalsozialismus in Saalfeld anschaut. Sie alle stehen in einem Kontext, ohne welchen sie nicht zu erklären und nachzuvollziehen sind.

Saalfeld im Nationalsozialismus

An jedem 9. April begeht die Stadt Saalfeld ein Gedenken an die Menschen, die beim Bombardement der Stadt gegen Ende des zweiten Weltkrieges ums Leben kamen. Doch die Vorgeschichte dieser Bombardements wird eher nicht so gern erzählt.

Ein Blick auf die Internetpräsenz der Stadt genügt um dies zu beweisen. Es entsteht dort der Eindruck, Saalfeld sei gar nicht nationalsozialistisch gewesen, kein einziges Wort findet sich dazu. Als sei diese Zeit ganz normal verlaufen, ohne große Zwischenfälle. Der Mut zur Lücke oder besser: Die Lüge durch Auslassungen hat hier Hochkonjunktur. Was aber hingegen explizit erwähnt wird, sind die „schweren Bombenangriffe“ 1945, die scheinbar aus heiterem Himmel und ohne Grund erfolgten. Weiterhin bezeichnend ist, dass die Stadt eben nur am 9. April einen Kranz für die deutschen Opfer niederlegt und nicht auf die Idee kommt auch am 27.01. oder an anderen Tagen an Gedenkveranstaltungen für die jüdischen Opfer aus der Stadt teilzunehmen, geschweige denn einen Kranz niederzulegen. Als wären die Juden keine Bürger dieser Stadt gewesen. Nun will ich die Vorgeschichte dieser Bombardements, die gern und häufig unter den Tisch fällt einmal genauer beleuchten. Angefangen mit der Vorgeschichte:

Ende Dezember gründete sich die Ortsgruppe der deutschnationalen DVP (Deutsche Volkspartei), in ihrem Wahlaufruf zur Nationalversammlung hieß es, dass die Partei ,,Front gegen die Sozialdemokratie aller Richtung macht“ (vgl. Saalfelder Kreisblatt 1919, Nr. 1)

Am 14. Mai führten die Ortsgruppen aller Saalfelder Parteien eine gemeinsame Kundgebung gegen der Versailler Friedensvertrag auf dem Marktplatz durch. Dies zeigt die Gesamtgesellschaftliche Ablehnung jenes Friedensvertrages, dieser zugrunde liegt die ,,Kriegsschuldlüge“ und die Ablehnung der westlichen Moderne. Der Friedensvertrag galt als Übel und wurde nicht als Konsequenz eines Kriegs gesehen, den Deutschland begonnen hatte, sondern als Mittel zur ,,Unterdrückung“ des deutschen Volkes. Hitler machte diese Ablehnung berühmt als er von den ,,Fesseln von Versailles“ sprach gegen die man aufbegehren müsse.

Bei der Reichstagswahl am 6. Juli 1920 erhielt die DNVP 4,28% (338) der Stimmen, die DVP erhielt 23,65% (1869) der Stimmen und wurde zweitstärkste Kraft nach der SPD. (vgl. Saalfelder Kreisblatt 1920, Nr. 129 und Thüringens Geschichte in Daten, Seite 209). Die Deutschnationale Volkspartei (DVP) fungierte als eine national-liberal gesinnte Partei. Sie pflegte nationalistisches Gedankengut und trat des Öfteren in Kumpanei mit rechts gesinnteren Kräften, was nicht zuletzt ihrem Hang zum völkischen verschuldet ist. Die Partei wird oft als gemäßigt oder fortschrittlich beschrieben, reproduzierte jedoch von Anfang an Nationalismus und völkisches Denken. Schon ab 1920 strebten Teile der Partei daher eine engere Kooperation mit der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) an. 1924 gründete sich auf Grund dessen die Nationalliberale Reichspartei die sich 1925 der DNVP anschloss. Doch auch nach dieser Spaltung verlor die DVP nicht an Nationalismus oder völkischem Denken. Dies machte die Kooperation mit der NSDAP in der ersten Landesregierung mit Beteiligung der NSDAP in der Weimarer Republik, der Baum-Frick-Regierung, 1930 deutlich. Die ,,rechtsbürgerlich-nationalsozialistische Regierungskoalition“ bestand aus DVP, DNVP, WP (Wirtschaftspartei, auch ,,Reichspartei des deutschen Mittelstandes“) und NSDAP. (vgl. http://www.gonschior.de/weimar/Thueringen/Uebersicht_Jahre.html (Stand 14.09.2015, 17:00 Uhr))

Am 19. Februar 1921 formiert sich in Saalfeld die Bruderschaft des „jungdeutschen Ordens“. Diese wurde vorwiegend vom Mittelstand getragen und setzte sich für einen Volks- und Führerstaat ein. Wie auch schon vor dem ersten Weltkrieg ist die ideologische Grundlage dieses Einsatzes das Bedürfnis nach einer ,,sozialen Integration der Deutschen in einen Volksstaat der Schutz vor dem bindungslosem Markt garantieren“1 sollte. Das Verlangen nach einem straken Führer entspringt der ,,gesellschaftlich-mentalen Besonderheit des autoritär-panischen Etatismus deutscher Prägung“2 welcher bereits in der vorfaschistischen Zeit existierte.

Ende Juni 1922 kommt es zu Zusammenstößen von linksgerichteten Arbeitern mit Angehörigen der Bruderschaft des Jungdeutschen Ordens.

Vom 21. November 1923 bis zum 18. Februar 1924 besetze die Reichswehr im Zuge eines ,,Reichs-Ausnahmezustandes“ die Stadt Saalfeld. Aufgrund des reichsweiten Verbotes der KPD wurden acht kommunistische Funktionäre in ,,Schutzhaft“ genommen. Zudem wurde die Herausgabe der sozialdemokratischen Tageszeitung ,,Saalfelder Volksblatt“ vom 16.-21.01.1924 wegen ,,Schädigung des Ansehens der Reichswehr“ verboten. (vgl. Saalfelder Heimat 1957, S.161 und Patze/Schlesinger, Geschichte Thüringens, 5/2, S. 470 ff.)

Am 1. Januar 1924 erschien im Saalfelder Kreisblatt ein Artikel zur „Kommunistenherrschaft in Thüringen“ in dem ausgeführt wird, wie die Kommunisten den Bürgerkrieg vorbereiten. „Es bedurfte nur eines Befehls und in Thüringen stand eine rote Armee auf, die die Regierung und Verwaltung hinweggefegt hätte […]“ heißt es dort zum Beispiel (Saalfelder Kreisblatt Nr.1, 1. Januar 1924). Am Ende des Artikels befindet sich eine Auflistung der „roten Hundertschaften“ in den jeweiligen Regionen Thüringens um die unmittelbare Gefahr zu unterstreichen (vgl. ebd.).

Im Saalfelder Kreisblatt vom 9. Januar 1924 (Nummer 7) erschien ein Artikel zum „Gedanke[n] der Volksgemeinschaft“ in dem der Reichspräsident zu Wort kam. Dort hieß es unter anderem: „Ich begrüße es mit großer Freude, daß [sic.] in dieser schweren Zeit unseres Volkes angehende Männer verschiedener Parteirichtung und Berufung mit warnender Stimme auf die unserem politischen Leben drohenden Gefahren der Zersetzung [sic!] hingewiesen haben. Ich stimme dem Grundgedanken, daß [sic.] das Bewußtsein [sic.] der Schicksalsgemeinschaft erhalten und gefördert werden muß [sic.] in voller Überzeugung zu.“. Der Gedanke der Schicksalsgemeinschaft wurde also schon lange vor 1933 befürwortet.

Im Saalfelder Kreisblatt vom 12. Januar 1924 (Nr. 10) war auf der Titelseite ein Artikel anlässlich des Jahrestages der „Ruhrbesetzung“. Dort war unter anderem die Rede von „Übergriffen eines landfremden, käuflichen [sic.] Separatistengesindels.“ Dieses Vokabular kam also auch keineswegs erst mit Hitler auf. Beendet wurde der Artikel mit den Worten:„Es lebe das einige, unteilbare Deutschland.“ (vgl. ebd.).

Am 28. Januar 1924 trat die Ortsgruppe der kürzlich gegründeten ,,Deutsch-Völkischen-Freiheitspartei“ öffentlich auf und verbreitete nationalsozialistisches Gedankengut. Bei einer Kundgebung am Meininger Hof verkündete der Redner Walter Kellenbauer aus Nürnberg, dass ,,das Ariertum als schaffender Teil des Volksganzen mit allen Mitteln zu fördern, das Judentum als der raffende Teil aufs schärfste zu bekämpfen sei.“ (vgl. Saalfelder Kreisblatt 1924, Nr. 23,25). Es ist somit der erste dokumentierte Fall, bei dem die Bekämpfung des Judentum in Saalfeld öffentlich gefordert wurde. 9 Jahre vor der Machtergreifung Hitlers Diese Einteilung in raffende und schaffende Volksteile ist ein Moment der wesentlich dem Antisemitismus zugrunde liegt. Die Sehnsucht nach einer krisenfreien Akkumulation (Anhäufung von Reichtum) wird artikuliert, diese soll durch die Vernichtung des „raffenden Teils“ erreicht werden. Alles negative im Kapitalismus wurde projektiv und wahnhaft auf „den Juden“ projiziert. Diese personalisierte Kapitalismuskritik, das wahnhafte Streben sich das Geheimnis des ,,automatischen Subjektes“ (Marx) anzueignen, es sich förmlich einzuverleiben, endete letztlich in Auschwitz.

Im März 1924 bildete sich die Ortsgruppe des „Werwolf, Bund deutscher Männer und Frontkrieger e.V.“. Diese verfolgte nationalsozialistische und vor allem militärische Ziele. Die Gruppe trat öffentlich durch Aufmärsche und Wehrsportübungen auf und schloss sich später mit dem „jungdeutschem Orden“ zusammen. Später verschmolz diese „Arbeitsgemeinschaft“ mit dem „Stahlhelm“. ,,Dieser, den Wehrgedanken pflegende Verband, ist ein Sammelbecken von Offizieren und Soldaten die den ,Geist der Frontkammeradschaft‘ pflegen und offen eine republikfeindliche Haltung einnehmen.“3 In der Leitungsebene des „Stahlhelms“ agierte der Saalfelder Max Jüttner, er wurde später Reichstagsmitglied, Organisator der SA-Aufmärsche bei den Reichsparteitagen und kurzzeitig Stabschef der SA (vgl. Henning 2010, S. 15). Die Saalfelder Ortsgruppe feierte am 7. und 8. März 1925 ihr einjähriges Bestehen zunächst mit einer Versammlung im Meininger Hof, anschließend mit einem Umzug durch die Stadt und einer Parade des ,,Stahlhelm“ auf dem Marktplatz. Redner bei diesem Schauspiel war Franz Seldte. Er war Bundesführer des Wehrverbandes und forderte die Anwesenden auf, „es den gefallenen Kameraden…. in Pflichterfüllung und deutscher Gesinnung gleichzutun“ (vgl. Saalfelder Kreisblatt 1925, Nr. 53, 58). Diese Glorifizierung der „gefallenen Kameraden“, die nichts weiter waren als Mörder in einem antizivilisatorisch-nazionalistischen Krieg den Deutschland erstmals 1914 losgebrochen hatte, gehörte zum festen ideologisch-mystischem Repertoire der Nationalsozialisten. Die Nationalsozialisten jener Zeit waren der Meinung, dass die deutschen Soldaten ,,für die richtige Sache“ gekämpft hatten und einen Märtyrertod für das deutsche Volk gestorben seien. Die Neonazis betreiben heute eine ähnliche geschichtsrevisionistische Inszenierung der Wehrmacht und der Waffen-SS, die nach der Ideologie der Neonazis ebenfalls ,,für die richtige Sache“ kämpften und daher von Mördern zu Helden geadelt werden. Die Saalfelder Ortsgruppe wurde 1934 der SA angegliedert (vgl. Henning 2010, S. 33).

Am 14. März 1924 wurde in Saalfeld die Ortsgruppe des „völkisch-nationalen Blocks“ im Meininger Hof als Keimzelle der NSDAP gegründet. Unter den Gründungsmitgliedern befand sich der Volkshochschullehrer und spätere Bürgermeister Paul Müller. Die Ortsgruppe der NSDAP wurde im selben Jahr in der Gaststätte „Gerlichers Eck“ gegründet, der Wirt war ebenfalls in der Partei und es wurde ein Versammlungszimmer für die NSDAP eingerichtet. (vgl. Saalfelder Volksblatt Nr. 60 aus dem Jahre 1924)

Bei den Wahlen zum deutschen Reichstag am 4. Mai 1924 gaben über 10,61% (990) der Saalfelder ihre Stimme der NSDAP, 6,98% (651) erhielt die DNVP und weitere 14,98% (1398) bekam die DVP. (vgl. Saalfelder Kreisblatt 1924, Nr. 105)

Am 13. und 14. Juni trafen sich die Kriegervereine in Unterloquitz und führten einen Bezirksmarsch durch. ,,Das nationalkonservativ gesinnte Bürgertum organisierte sich schon früh in Krieger-(Veteranen-) Vereinen sowie dem ,Stahlhelm‘. Diese Organisationen standen der Republik größtenteils ablehnend gegenüber“ (Henning 2010, S.15)

1925 trafen sich alle SA-Männer des Kreises auf dem Kulm in Saalfeld um zu feiern. (vgl. Thüringer Gauzeitung, vom 14. 03. 1939)

1927 wurde die Saalfelder Gruppe des uniformierten und bewaffneten politischen Kampfverbandes ,,Sturmabteilung (SA)“ gebildet.

Am 9. Dezember 1929 fanden in Saalfeld Wahlen zum Thüringer Landtag statt. Bei diesen erhielt die NSDAP rund 17% der Stimmen. Zusätzlich erhielt die deutschnationale Volkspartei 4% und die deutsche Volkspartei 13%. Die Ortsgruppe des ,,völkisch-nationalen-Blocks“ zählte dato 66 Mitglieder.

Am 16. Mai 1930 wird ,,Der Beobachter für den Saale-und Orlagau“ als eigenes Presseorgan der Bezirksgruppe der NSDAP in Saalfeld herausgegeben. In ihm wurden vor allem offener Antisemitismus und antibürgerliche Propaganda publiziert.

Am 7. März 1931 bildete sich die erste Gruppe der HJ und des ,,Bund deutscher Mädel“ in Saalfeld. Am 12. März 1931 kam es dann zu einem Aufmarsch der NSDAP in Saalfeld.

Am 13. März 1932 erhielt Adolf Hitler bei den Wahlen zum Reichspräsidenten 35% der Stimmen der Saalfelder, bei den Stichwahlen infolge dessen erhielt Hitler dann ca. 42% der Stimmen.

Am 16. Juli 1932 provozierten bewaffnete Schlägertrupps der NSDAP Arbeiter die der KPD nahe standen in Gorndorf und versuchen in deren Wohnungen einzudringen, es kam zu Verhaftungen und es wurden 10 Mitglieder der KPD zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Am 31. Juli 1932 erhielt die NSDAP zu den Reichstagswahlen rund 44% der Saalfelder Stimmen. Die DNVP erhielt noch zusätzlich 5%. Am gleichen Tag fanden zudem Kreistagswahlen statt bei denen die NSDAP 43% der Stimmen erhielt.

Am 10. August bildete sich im ,,Hotel Tanne“ der ,,Deutsche Frauenorden“ als Ortsgruppe der ,,Nationalsozialistischen Frauenschaft“ mit anfangs 35 Mitgliederinnen. Dieser diente später zur ideologischen Schulung von ,,Haus-und Landfrauen“. Bei den letzten Gemeinderatswahlen in Saalfeld während der Weimarer Republik erhielt die NSDAP 37% der Stimmen.

Es zeigte sich, dass in Saalfeld spätestens seit 1924 nationalsozialistische Gruppen existierten und öffentlich auftraten. Anfang 1924 wurde erstmals öffentlich gefordert, die Juden „aufs Schärfste“ zu bekämpfen. Der wahnhafte Antisemitismus war daher kein Geheimnis, welches die Eliten hinter anderen Zielen versteckten, er war im Gegenteil öffentlich und wurde von Anfang an als primäres Ziel der nationalsozialistischen Bewegung gehandelt, welches auch bis zum Schluss aller höchste Priorität besaß. Die Menschen wählten Hitler und die NSDAP nicht trotz, sondern gerade wegen ihres Antisemitismus, der Antisemitismus war das Wesenselement der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft.

Am 31. Januar 1933 wurde die ,,Machtergreifung“ Hitlers in Saalfeld mit einer groß angelegten Demonstration von der Hüttenstraße zum Markt ekstatisch zelebriert. 600 der ca. 20000 Einwohner demonstrieren zeitgleich in der Blankenburger Straße gegen den Faschismus, die Veranstaltung wurde gewaltsam aufgelöst. (vgl.: Saalfelder Kreisblatt 1933, Nr. 26, 27)

Im März 1933 wurde in der Saalfelder Zeitung dazu aufgefordert jüdische Geschäfte zu boykottieren. Weiterhin erhielt die NSDAP knapp die Hälfte der Stimmen der Saalfelder zur Reichstagswahl, acht weitere Prozente gingen an die Kampffront Schwarz-Weiß-Rot. (vgl. Saalfelder Kreisblatt 1933, Nr. 55-56)

Am 7. März 1933 wehte das erste mal die Hakenkreuzfahne, anlässlich des Wahlsieges der Nationalsozialisten, auf dem Rathaus. (vgl. Saalfelder Kreisblatt 1933, Nr. 56-57)

Am 20. März wurden in der Stadt Schilder mit der Aufschrift ,,kauft nicht bei Juden“ aufgestellt und am 1. April werden alle jüdischen Geschäfte zwangsweise geschlossen. So verlieh man der antisemitischen Kapitalismuskritik schnell auch in Saalfeld praktischen Ausdruck. (vgl. Neue Presse 1933, Nr. 1, – Saalfelder Kreisblatt 1933, Nr. 67)

Ende März wurden auch in Saalfeld liberal gesinnte und linksgerichtete Vereine und Zusammenschlüsse verboten, verfolgt und aufgelöst. Dies betraf Angaben des Thüringer Ministeriums für Inneres folgende Vereine: Das, der SPD zuzuordnende Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold (Ortsgruppe Saalfeld), Die Sozialistische Arbeiterjugend (Ortsgruppe Saalfeld) und den Schützenverein ,,Republik“.

Am 20. April wurde Adolf Hitler auf Stadtratsbeschluss zum Ehrenbürger Saalfelds ernannt, kurz darauf, am 1. Mai, wird die Pfortenschule in ,,Adolf-Hitler-Schule“ umbenannt. Dies geschah ebenfalls auf Beschluss des Stadtrates, welcher größtenteils aus Mitgliedern der NSDAP bestand, die SPD Mitglieder verließen bei den Abstimmungen geschlossen den Raum. (vgl.: Neues Volk vom 19.04.1934)

Am 2. Mai 1933 erfolgte in Saalfeld das Verbot aller freien Gewerkschaften, bei welcher auch einige Gewerkschaftler in ,,Schutzhaft“ genommen wurden. (vgl.: Saalfelder Kreisblatt 1933, Nr. 162)

Am 15. Mai wurden in Saalfeld ,,jüdische und entartete“ Bücher verbrannt. Die Bücherverbrennung ist symbolisch für den barbarischen Kampf gegen einen ,,überzogenen jüdischen Intellektualismus“. Den Juden, die als Gegenrasse identifiziert waren, attestierte man die Fähigkeit die Welt mehr oder weniger heimlich zu lenken und zu beherrschen. Das unterschied und unterscheidet unter anderen den Rassismus vom Antisemitismus. Der Rassismus stuft Menschen als ,,Minderwertig“ ein. Der Antisemitismus aber erklärt den Juden zu etwas höherem. Der Jude steht nach dieser Theorie über allem und lenkt die Welt. Diese Fähigkeit gestehen die Nazis ,,minderwertigen Menschen“ nicht zu. Von der Ausrottung der Juden als ,,negatives Prinzip“ (Adorno/Horkheimer) als solches sollte das Glück der Welt abhängen, da alles Unglück schlicht von jenen ausgeht. Diese Sehnsucht nach krisenfreier Akkumulation wurde konsequent bis hin zum bürokratisch durchorganisierten Massenmord getrieben.

Am 11. September gründete sich die Ortsgruppe des ,,Kampfbundes für deutsche Kultur“ im Hotel „goldener Anker“. Diese Organisation widmete sich speziell der Kunst und Kultur und untersuchte diese spitzfindig auf ,,Entartungserscheinungen“ und sogenannten ,,jüdischen Einfluss“. (vgl.:Saalfelder Kreisblatt 1933, Nr. 213)

Am 22. Februar 1934 wurden elf Mitglieder, die illegal weiter in der KPD aktiv waren verhaftet und zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Die Anklage lautete: „Vorbereitung zum Hochverrat“. (vgl.: Saalfelder Kreisblatt 1934 Nr. 3)

Am 14. März 1934, ein Jahr nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, feierte die NSDAP das zehnjährige Bestehen der Ortsgruppe im Meininger Hof.

Im August 1934 stimmten in der Volksabstimmung zum ,,Gesetz über die Vereinigung der Ämter des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers in der Person Adolf Hitler“ rund 90% der Saalfelder mit ,,Ja“. (vgl.: Saalfelder Volksblatt 1934 Nr. 193)

Am 3. März 1934 marschierte die Saalfelder SA anlässlich des ,,Heldengedenkens“ durch die Blankenburger Straße. Das ,,Heldengedenken“ war und ist ein fester Bestandteil der Nazimystik. Auch heute noch praktizieren Nazis jenes. In den letzten Jahren fand das Thüringer ,,Heldengedenken“ in Friedrichroda statt und wurde auch von Saalfelder Neonazis mit organisiert. Beim ,,Heldengedenken“ werden Täter zu Helden gemacht, es ist sowohl nivellierend als auch geschichtsrevisionistisch. Damals nutzten die Nazis diesen billigen mystischen Brauch um die Verbrechen und die Schuld Deutschlands im und am ersten Weltkrieg zu relativieren und die Täter als ruhmreiche Krieger, ganz nach altem germanischem Bilde, zu feiern. Heute inszenieren Neonazis die Verbrecher aus dem zweiten Weltkrieg als Helden und die Verbrechen der Nazis werden relativiert, geleugnet oder gar gefeiert. Man rechnet Shoah mit Bombenkrieg auf und findet wieder zu sich als stolzes Volk welches das Land eigenhändig aufgebaut hat nachdem es die Alliierten zerstört hatten. Das diese Zerstörung aber Resultat eines deutschen Krieges gegen die Zivilisation war und notwendig gewesen ist um diesen Wahnsinn zu beenden, dass will auch der geschichtsbewusste Deutsche nicht hören.

Am 1.Mai 1934 marschierten die Angestellten der Mauxion Schokoladenfabrik durch Saalfeld. Hinter der Fahne der deutschen Arbeitsfront ging Fabrikbesitzer Dr. Ernst Hüther.

1935 stellte die Optische Anstalt Saalfeld, die eigentlich Kameraobjektive produzierte, auf die Produktion von Entfernungsmessern und Zielgeräten zur Aufrüstung um. Großaufträge machten einen Ausbau nötig der 1937 fertiggestellt wurde. Damit wurde Saalfeld zu einem wichtigem Rüstungsstandort.

1936 wurde die Saalfelder Garnison der SS gebildet und die neu erbaute Kaserne eingeweiht. Die Garnison hielt am 28. September 1936 eine Parade durch die Obere Straße ab. Umringt von Hakenkreuzfahen und der euphorischen Bevölkerung liefen die SS durch die Straßen. Zudem wurden ab 1936 regelmäßig Luftschutzübungen als Kriegsvorbereitung durchgeführt.

Mit Unterstützung der Wehrmacht wird 1937 die Firma ,,Saalfelder Apperatebau GmbH“ gegründet, diese ist ein völliger Rüstungsbetrieb.2

Im November erfolgte die Ernennung des bisherigen Bürgermeisters, Paul Müller zum NSDAP Kreisleiter von Jena-Stadtroda. Er verließt unter euphorischem Jubel der Bevölkerung die Stadt. Am 21. Februar übernahm Karl Adolf Mannherz das Amt, er war NSDAP Mitglied seit 1931 und verfolgte auch in seiner Lokalpolitik eine streng nationalsozialistische Linie. (vgl.: Saalfische 1995, Nr. 31)

1938 fand in der Schokoladenfabrik ein ,,Reichsberufswettkampf“ statt. Im Rahmen dessen wurde gemeinschaftlich das ,,Horst-Wessel-Lied“ unter der Hakenkreuzfahne gesungen. Die Mauxion Schokoladenfabrik, mit dem schon erwähnten Fabrikbesitzer Ernst Hüther zeichnete sich durch besonderes Engagement in Sachen Nationalsozialismus aus. Zum „Tag der nationalen Arbeit“ wurden zum Beispiel eigene Programmhefte der Mauxion Schokoladenfabrik gedruckt und verteilt. (vgl. Streitberger 2007, S. 79)

Am 12. März 1938 wurde in Saalfeld der Anschluss Österreichs und die damit einhergehende Bildung des ,,Großdeutschen Reiches“ mit einem Fackelzug durch die Stadt gefeiert. (vgl. Saalfelder Kreisblatt 1938, Nr.: 60, 61)

Am 20. April, wurde die Knabenschule an der Veitsburg zur ,,NS-Musterschule“ erklärt (vgl.: Saalfelder Kreisblatt 1938, Nr. 91). Die Erziehung und „Bildung“ erfolge in enger Kooperation mit der NSDAP und anderer nationalsozialistischer Verbände und zielte selbstverständlich nicht auf Mündigkeit oder einer Befähigung der Schüler, das eigene Leben auch als das zu begreifen ab, sondern hatte zum Ziel Untertanen heran zu ziehen, die auch bereit waren dieses „eigene Leben“ für die Volksgemeinschaft zu opfern. Diese Opferbereitschaft für das völkische Kollektiv war neben dem Antisemitismus ein zentrales Element der Volksgemeinschaft.

Am 10. November 1938 wurde auf dem Saalfelder Marktplatz eine antijüdische Demonstration abgehalten, bei der die Belegschaft aller Saalfelder Betriebe zur Anwesenheit verpflichtet war.. Hintergrund war die vom 9. auf den 10. November stattgefundene Reichskristallnacht deren Auswirkungen auch in Saalfeld deutlich spürbar waren In der Reichspogromnacht wurden 9 jüdische Menschen in Saalfeld festgenommen und ,,inhaftiert“, die jüdischen Geschäfte die vor der Machtübernahme Hitlers in Saalfeld existierten wurden bereits um 1933 im Zuge der ,,Arisierung“ enteignent.

In den darauf folgenden Tagen fanden weitere ähnliche Kundgebungen in Saalfeld statt. (vgl.: Saalfelder Kreisblatt 1938, Nr. 264)

Am 16. November 1938 fand im Saal des Meininger Hofes ein Referat zur ,,Endlösung der Judenfrage“ statt. Referent war der damalige Oberbürgermeister Jenas. (vgl.: Saalfelder Kreisblatt 1938, Nr. 269)

Am 14. März 1939 feierte die NSDAP Ortsgruppe ihr 15-jähriges Bestehen im Saal des Meininger Hofes, der immer wieder gern zu solchen Anlässen genutzt wurde.

Vom 13. bis zum 19. August 1939 erfolgte die zivile Mobilmachung für den ,,Kriegseinsatz der inneren Verwaltung“ und für eine ,,schnelle Organisierung der Heimatfront“. 17000 Einwohner der Stadt Saalfeld wurden dafür erfasst. (vgl.: Geschichte der Stadt Saalfeld, Gerhard Werner, Band 4, Seite 27)

Noch mehrere Tage vor Kriegsbeginn wurden u.a. Lebensmittelkarten als kriegsvorbereitende Maßnahme eingeführt.

Am 1. September 1939 begann dann schließlich der zweite Weltkrieg. Er war, wie der erste auch, ein Krieg gegen die westliche Moderne in einem noch gravierenderem Ausmaße.

Am 4. Februar 1940 trafen die ersten 20 Zwangsarbeiter in Saalfeld ein. Sie wurden in der Landwirtschaft eingesetzt. (vgl.: Saalfelder Kreisblatt 1939 Nr. 30)

Am 5. Juni 1940 trafen 110 weitere polnische Zwangsarbeiter in Saalfeld ein.

Weitere 50, diesmal französische Zwangsarbeiter, kamen kurze Zeit später dazu. Sie wurden bei Forstarbeiten eingesetzt und in der alten Turnhalle oberhalb des Schießteiches untergebracht. Ungefähr zwei Jahre später wurden diese Zwangsarbeiter auch in Fabriken eingesetzt um den Mangel an männlichen Arbeitern zu kompensieren. (vgl.: Saalfelder Kreisblatt 1939 Nr. 130, 132)

Bis zum Juni 1942 waren nach damaligen Angaben 217 Zwangsarbeiter in Saalfeld tätig. Schon 1939 wurden Juden […] beim Bau der Hohenwarte-Talsperre eingesetzt und in einem Lager in der Nähe von Saalfeld untergebracht. Während des Zweiten Weltkrieges mussten 1.491 Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern, vorwiegend aus der Sowjetunion, Zwangsarbeit verrichten: bei der Optischen Anstalt 99, bei der SAG 99, bei den Mecano-Werken, bei der Mitteldeutschen Elektro, bei der Firma Max Schaede, bei Firma Auerbach & Scheibe, bei der Arbeitsgemeinschaft Saaletalsperre in Hohenwarte, bei Firma Paschold, Döger & Co., beim Schokoladenwerk Mauxion, bei der Firma Adolf Knoch, bei der Firma Paul Eberlein Söhne, bei Firma Gustav Bodenstein und bei der Reichsbahn. [Hervorh. i.O.]“ (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Saalfeld/Saale#cite_note-3 [letzter Zugriff: 17.04.2017, 13:30 Uhr]) Ergänzend dazu ist anzumerken, dass etwa 3000 Menschen in der Maxhütte in Unterwellenborn zur Zwangsarbeit eingeschrieben waren, sie lebten in Baracken in Stacheldrahtumzäunten Lagern in der Nähe des Werks. (vgl. Geschichtsverein Maximilianshütte (Hrsg.) o.J., S.87f.) Die Maxhütte spielte auch eine bedeutende Rolle in der Rüstungsproduktion, dort wurden z.B. Geschosshülsen produziert. (vgl. ebd.)

Am 29. Juni 1941 bildete sich die Kulturgemeinde Saalfeld“ aus dem Kulturdezernat der Saalfelder Satdtverwaltung und der NS Gemeinschaft ,,Kraft durch Freude“. Diese bestimmte fortan das kulturelle Leben in Saalfeld und verbreitete massig NS-Propaganda. Zudem überwachte diese ,,Kulturgemeinde“ alle kulturellen Veranstaltungen. (vgl.: Saalfelder Kreisblatt 1941, Nr. 150)

Ab 1942 war der Saalfelder Bahnhof Durchgangsstation der Deportationszüge aus dem fränkischen Raum.

Am 14. Februar 1943 wurde im Meininger Hof der ,,totale Krieg“ proklamiert, infolge dessen wurden nochmals alle Kräfte mobilisiert und der Mangel an Arbeitskräften und mit ihm die immer schwieriger werdende Versorgung der Bevölkerung wuchsen. Es mangelte an Arbeitskräften, an Rohstoffen und an Material, was jedoch kein Hindernis dafür war, kriegswichtiges Material ,,um jeden Preis“ zu produzieren. Die Saalfelder Betriebe wurden so eingestellt, dass sie kriegswichtiges Material produzieren, manche Betriebe stellten die branchentypische Produktion ganz ein. So etwa die Victoria-Nähmaschinen Fabrik, die fortan Material zur Kriegsführung produzierte. Dies zeigte einmal mehr die Priorität, die der Krieg und mit ihm einhergehend die Vernichtung der Juden für die Deutschen hatte.

1943 wird die Schmieröl-Verteilung weiter zentralisiert. Die ASV wird faktisch über eine Zwischeninstanz direkt vom Speer-Ministerium gesteuert. Wegen ihrer kriegswichtigen Funktion wird die ASV nach Bombenangriffen auf Hamburg im September 1943 nach Thüringen verlegt. Robert Finn [der Leiter der ASV und damit wichtiger Funktionär in der Rüstungsproduktion] holt am 10. September auch seine Familie nach Saalfeld – seine Ehefrau Anneliese, geb. am 4.12.1906, die Tochter Edelgard, geb. 26.12.1933 und die beiden Söhne Armin und Volker (Angaben s. oben). Man wohnt in der Garnsdorfer Straße 50 zur Miete.“ (http://keindiakonieklinikumblogger.org/etv-2/#etv03 letzter Zugriff: 18.04.2017, 17:00 Uhr). Schmieröl wurde unter anderem auch in Auschwitz produziert und war für den Krieg nicht wegzudenken. Finn als Leiter der Schmierölproduktion muss mindestens davon gewusst, wenn nicht sogar den Auftrag gegeben haben.

Am 13. März 1944 feierte die Ortsgruppe der NSDAP 20 jähriges bestehen im Meininger Hof. Die Mitglieder der Partei gaben aus diesem Anlass ein Treuegelöbnis zur nationalsozialistischen Kriegs-und Durchhaltepolitik ab. Der Thüringer Gauleiter Fritz Sauckel schwang dazu demagogische Parolen vom Endsieg. (vgl.: Saalfelder Zeitung 1944, Nr. 62)

Am 20. Juli fanden ,,als Reaktion auf das missglückte Attentat auf Hitler auf dem Saalfelder Marktplatz ,Treukundgebungen‘ statt“. Auf diesen forderte der damalige Bürgermeister Karl Mannherz die Saalfelder Einwohnerschaft auf, ,,die Kriegs-und Durchhaltepolitik mit allen Mitteln tatkräftig zu unterstützen.“ (Werner, Gerhard: ,,Geschichte der Stadt Saalfeld“ Band 4, Seite 40)

Am 5. November formierte sich die Ortsgruppe des Volkssturmes in Saalfeld, alle Männer zwischen 16 und 60 Jahren waren zur Eingliederung aufgerufen worden. (vgl.: Saalfelder Zeitung 1944 Nr. 261)

Am 7. April 1945 war in der letzten Ausgabe der ,,Saalfelder Zeitung“ ein Aufruf des Thüringer Gauleiters an die Saalfelder Bevölkerung zu lesen, der dazu aufforderte erbitterten Widerstand zu leisten. (vgl.: Saalfelder Zeitung 1945, Nr. 81)

Am 9. April flogen amerikanische Bomber Luftangriffe auf Saalfeld. Das Hauptziel war vor allem der Bahnhof, als Verkehrsknotenpunkt, welchen auch Deportationszüge passierten und dessen Umgebung. Zudem wurden mehrere Fabriken zum Ziel des Bombardements. Das es bei den Bombardements auch Wohnhäuser traf, und auch 205 Menschen ums Leben kamen, was bei mehreren Tausend Einwohnern objektiv betrachtet ein wirklich geringer Teil war, das war wohl kaum zu vermeiden. Zum Vergleich, bei einem der ersten Luftangriffe der Deutschen auf eine polnische Kleinstadt (Wielun) am 1. September 1939 wurde die militärisch unbedeutende Stadt größtenteils zerstört und schätzungsweise bis zu 1.200 Menschen wurden getötet. Das zeigt deutlich, dass sich die alliierten Luftangriffe keineswegs gegen die Bevölkerung, sondern gegen militärisch relevante Ziele richteten. Obwohl in Saalfeld nicht die Altstadt bombardiert wurde, auch wenn sich dort Divisionen aus Wehrmacht und Volkssturm verschanzten, die gewillt waren bis zum Schluss zu kämpfen, pflegt man auch hier fleißig den Opfermythos und tut so, als seinen die Bombardements ungerechtfertigt gewesen. Aus militärischer Sicht und auch rein objektiv betrachtet waren sie nämlich allerdings gerechtfertigt. Denn, wie versucht wurde aufzuzeigen, wurde auch in Saalfeld allerhand kriegswichtiges Material produziert, es fuhren auch in Saalfeld Deportationszüge und auch in Saalfeld waren die Deutschen nicht gewillt sich zu ergeben, also der Treue gegenüber der Volksgemeinschaft abzuschwören, im Gegenteil, eher war die Volksgemeinschaft bereit auch ihre Kinder und Alten zu verheizen, anstatt sich den Alliierten zu ergeben. Die Bombardements trafen vor allem Kriegsrelevante Ziele und dienten letztlich natürlich auch dazu, die eigenen Truppen zu schonen und die Stadt belagerungsreif zu machen. Welches Land würde lieber seine Männer an der Front verheizen, als sich die Sache zunächst durch Bombardements zu erleichtern?

Auch am 10. April 1945, einen Tag nach dem Bombardement der Alliierten, klebten Saalfelder ,,Zivilisten“ den letzten Aufruf des Thüringer Gauleiters erbitterten Widerstand zu leisten an die Hauswände und zeigten somit, das sie bereit waren für das völkische Kollektiv zu sterben. (vgl.: Thüringer Volkszeitung vom 14.1.1946)

Am 12. April sprengte die Wehrmacht alle Eisenbahnbrücken in Saalfeld. Die östliche Stadt wurde noch immer von einer Division aus Wehrmacht und Volkssturm verteidigt. Weiterhin stecken Wehrmachtsangehörige die Malzfabrik Otto Eckardt in der Pößnecker Straße in Brand in der tausende Ballen von Uniform,- Mantel,-Hosen,-Futter,-Hemden und Unterhosenstoff lagerten, welches in der Nachkriegszeit gut hätte gebraucht werden können. (vgl. Saalfische 1995, Nr. 31)

Am 13. April sprengte ein Kommando der deutschen Wehrmacht die Saalebrücke mit Genehmigung des Bürgermeisters. Kurz darauf schloss sich der Bürgermeister dem Widerstand in Altsaalfeld an und gab sein Amt ab.

Der amtierende Bürgermeister übergab gegen 11 Uhr dem vorläufigen Kommandanten der US-Army die Stadt. Die Wehrmacht hielt jedoch Altsaalfeld weiter in Besitz und zerstörte im Zuge eines Beschusses Wohnhäuser in der Saalstraße. (vgl.: Thüringer Volkszeitung vom 14.1.1946)

Am 15. April endeten schließlich die Gefechte und es kehrte eine Waffenruhe ein. Am 8. Mai 1945 war der Krieg dann auch für Gesamtdeutschland verloren. Die Deutschen waren besiegt wurden und mit dem Krieg wurde auch ihre Illusion und der Horror beendet in den sie die Welt gestürzt hatten.

Jüdisches Leben in Saalfeld, eine Zusammenfassung:

In Saalfeld lebten seit dem 14. Jahrhundert jüdische Menschen. Sie bildeten eine Gemeinde und wahrscheinlich gab es auch eine Synagoge. Jedoch wurden sie im Zuge der Pestpogrome 1348/49 aus Saalfeld vertrieben. Einige kehrten Jahre später wieder zurück.

Um 1910 lebten ca. 60 Juden in Saalfeld, 1933 nur noch 33 von ihnen.

Im Saalfelder Kreisblatt erschien 1933 eine Auflistung jüdischer Geschäfte in Saalfeld und jüdischer Zeitschriften mit dem Aufruf zum Boykott und zum Kampf gegen das „Weltjudentum“.

In den folgenden Jahren ist ein Teil auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. In der Reichskristallnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden 9 jüdische Männer inhaftiert.

1939 emigrierten zwei Familien, vier weitere wurden deportiert. 14 jüdische Menschen blieben noch übrig. Vier jüdische Menschen aus Saalfeld wurden nachweislich in Vernichtungslagern ermordet, acht weitere sind in Belzyce oder Theresienstadt verschollen. 16 weitere wurden vertrieben und 13 Schicksale sind unklar. Von den 12 jüdischen Geschäften die vor 1933 in Saalfeld existierten blieb nach dem Boykott kein einziges mehr übrig.

Sieben Jüdinnen und Juden lebten in der langen Gasse 29 sie hießen:

Else Friedmann, Jg. 1892, Flucht 1939, USA, überlebt

Helene Friedmann, Jg. 1898, Flucht 1936, Südafrika, überlebt

Hildegard Friedmann, geb. Krohn, Jg. 1916, Flucht 1938, Südafrika, überlebt

Karl Friedmann, Jg. 1903, Flucht 1938, Südafrika, überlebt

Max Friedmann, Jg. 1901, deportiert 1944, ermordet in Auschwitz

Rosa Friedmann, Jg. 1883, deportiert 1942, Ghetto Belzyce, ermordet

Siegfried Friedmann, Jg. 1889, deportiert 1944, Auschwitz, überlebt

3 weitere lebten in der Wielandstraße 1:

Rosa Holländer, geb. Katz, Jg. 1911, verhaftet 1938, ermordet 1939

Fanny Katz, geb. Mayer, Jg. 1876, deportiert 1942, ermordet 1943 in Theresienstadt

Leopold Katz, Jg. 1874, deportiert 1942, ermordet 1942 in Theresienstadt

Ein weiterer Jude aus Saalfeld, war Besitzer der Fabrik ,,Auerbach und Scheibe AG“. Dr. Ernst Ruppel, so hieß der damalige Besitzer namentlich, musste seine Fabrik aufgrund der ,,Rassegesetze“ an Menschen abgeben, die nach der Definition der Nationalsozialisten ,,arisch“ waren. Die neuen Besitzer wurden der gebürtige Saalfelder Herr Starcke und der Träger des goldenen Parteiabzeichens der NSDAP Hans Helmut Wilkens. Zudem übernahm die Deutsche Arbeitsfront 1933 die Nachfolge der verbotenen Gewerkschaften. Die Mitgliedschaft war für alle Arbeiter verpflichtend. ,,Auerbach und Scheibe“ galt als ,,NS-Musterbetrieb“. In der NS-Zeit schufteten bei ,,Auerbach und Scheibe“ ca. 150 Zwangsarbeiter.

Ähnlich erging es Eugen Salinger. Er war einer der beiden Eigentümer der in der Saalstraße ansäßigen Modefirma ,,Becker und Salinger“. Die Verfolgung aufgrund seines jüdischen Glaubens begann ebenfals 1933, er musste sich aus der Firma zurückziehen und ein NSDAP-Mitglied übernahm die Geschäftsführung. Zudem führte sein ,,arischer“ Ex-Partner Otto Becker das Unternehmen weiter. Ab 1934 wehte auch bei ,,Becker und Salinger“ die Hakenkreuzfahne.

Ein weiters jüdisches Geschäft in Saalfeld war das Schuhgeschäft von Leopold und Fanny Katz, dass seit 1930 direkt am Markt in Saalfeld zu finden war. Die Familie wurde kontinuierlich attackiert und schließlich zur Aufgabe ihres Geschäftes gezwungen. Leopold und Fanny Katz wurden, wie oben schon erwähnt, deportiert und im KZ Theresienstadt ermordet.

Der Jude Gustav Steinberger besaß ein Geschäftshaus am Kirchpaltz in Saalfeld, er wurde 1938 bei den Pogromen verhaftet und nach Buchenwald gebracht. Er wurde jedoch 1939 freigelassen und konnte aus Deutschland flüchten.

Auch im Saalfelder Elektrizitätswerk trug sich ein ähnliches Szenario zu. Julius Kanter, einer der Anteilseigner galt ebenfals als Jude. Schon 1933 wurde daher zum Boykott der Firma aufgerufen. Er musste schließlich seine Anteile weit unter dem Wert verkaufen und emmigrierte nach Argentinien.

Ebenfalls zur Aufgabe seines Geschäftes gezwungen wurde der als ,,Halbjude“ denunzierte Konditoreibesitzer Fritz Hesse. Seine 1932 eröffnete Eisdiele übernahm ein italienischer Faschist. Er selbst floh nach Leipzig, wurde jedoch verhaftet und Anfang 1945 ins KZ Theresienstadt deportiert.

Das Schicksal der jüdischen Menschen in Saalfeld unterschied sich nicht von denen deren in anderen Teilen Deutschlands. Auch in Saalfeld wurden Juden auf offener Straße verspottet, verhaftet und gedemütigt. Auch in Saalfeld wurden restlos alle jüdischen Geschäfte enteignet oder geschlossen. Die Saalfelder Zivilbevölkerung waren dabei keines Wegs nur Zuschauer oder gar unbeteiligt und unschuldig , sondern die einfachen, sogenannten Zivilisten waren Akteure die jüdische Geschäfte boykottierten, Juden ausgrenzten und denunzierten und bei deren Verhaftung entweder jubelnd zusahen oder diese sogar unterstützten. Sie alle wirkten daran mit, dass das dritte Reich und mit ihm die institutionelle Vernichtung der Juden reibungslos und so lange wie nur möglich lief und sie alle profitierten vom Antisemitismus, wenn nicht finanziell dann durch die Projektion und die Bedürfnisbefriedigung die er ihnen ermöglichte.

Anmerkungen

Das Saalfelder Kreisblatt war zu Zeiten des Nationalsozialismus ein Propagandaorgan, jedoch sind die konkreten Daten und einzelne Ereignisse, gesondert von der enthaltenen Propaganda durchaus zu gebrauchen. Zudem wurden viele Ereignisse, speziell Feiern, Kundgebungen und sonstige Veranstaltungen der NSDAP, die später keine Erwähnung fanden, gerade durch die propagandistische Ausschlachtung publiziert worden. Dies gilt auch für andere Quellen, die der nationalsozialistischen Propaganda dienten.

Literatur- und Quellenverzeichnis:

Geschichtsverein Maximilianshütte, Maxhütte e.V.:„Die Maxhütte Unterwellenborn 1921 bis 1945“, o.J., Weimar

Henning, Dirk:,,Saalfeld im Dritten Reich“, Sutton Verlag, Erfurt, 2010

Streitberger, Claudia:„Mauxion Saalfeld“, Sutton Verlag, Erfurt, 2007

Werner, Gerhard: ,,Geschichte der Stadt Saalfeld“, Verlag K. Urlaub GmbH Bamberg 1997 Band 3 und 4

http://wiki-de.genealogy.net/Saalfeld_(Saale)/Stolpersteine [letzter Zugriff: 12.06.2016, 13:45 Uhr]

http://www.alemannia-judaica.de/saalfeld_juedgeschichte. Htm [letzter Zugriff: 17.04.2017, 12:34 Uhr]

http://saalfeld.otz.de/web/lokal/leben/detail/-/specific/Saalfelder-Juden-enteignet-vertrieben-getoetet-1396039742 [letzter Zugriff: 17.11.2016, 09:15 Uhr]

http://www.xn--jdische-gemeinden-22b.de/index.php/gemeinden/s-t/1711-saalfeld-thueringen [letzter Zugriff: 02.02.2017, 17:45 Uhr]

1 Krug, Uli: ,,Veränderter Moralischer Kompass“, Bahamas Nr. 69, Herbst 2014, Seite 21

2Ebd.

(2) Vgl.: Schumann, Wolfgang: ,,Carl Zeiss einst und jetzt, 1962, Verlag Rütten & Loening (1962), Seite 503

3Zitat Gerhard Werner: ,,Geschichte der Stadt Saalfeld“, Verlag K. Urlaub GmbH Bamberg1997 Band 3, Seite 129

4Bruhn, Joachim: ,,Nazismus als Erkenntnisfalle“, (http://www.ca-ira.net/isf/beitraege/bruhn-nazismus.erkenntnisfalle.php, letzter Zugriff: 16.03.2016, 16.30 Uhr)

Alle weiteren kurzen Zitate auf dieser Seite von Joachim Bruhn entstammen ebenfalls aus eben diesem Text.

Danksagung:

Unser Dank gilt den Stadtarchiven der Stadt Saalfeld/ Saale sowie dem Stadtmuseum

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